Silber für die Ruderinnen der Schillerschule beim Bundesfinale in Berlin-Grünau
Auf der traditionsreichsten Regattastrecke Deutschlands hat die Schillerschule beim Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ zwei starke Ergebnisse geholt: Platz 2 für die U15 Mädchen und Platz 4 für die U18 Jungen.
Vom 16. bis 18. September 2026 trafen sich die Landessieger aus ganz Deutschland zum Ruder-Bundesfinale auf dem Langen See in Berlin-Grünau. Für Hessen gingen zwei Mannschaften der Schillerschule an den Start: die Mädchen der Wettkampfklasse III (U15) und die Jungen der Wettkampfklasse II (U18). Gewertet wird nach Platzziffern – jede Mannschaft startet in drei Bootsklassen über 1000 Meter, die Platzierungen ergeben Punkte, und das schlechteste der drei Ergebnisse wird gestrichen. Wer am Ende die wenigsten Punkte hat, gewinnt.
Mädchen U15: Vizemeisterschaft und ein Finalsieg
Das beste Ergebnis fuhr die jüngste Mannschaft der Schule ein: Platz 2 in der Gesamtwertung, nur geschlagen von der Humboldtschule Hannover. Den Grundstein legten Albertina Schecklein und Antonia Kersting, die das A-Finale im Doppelzweier gewannen. Im Gig-Doppelvierer belegten Anna von Heppe, Kaia May Kuhlow, Malu Kirst und Marie Witzer mit Steuermann Henri Leicht Rang vier im A-Finale. Der Doppelvierer mit Albertina Schecklein, Antonia Kersting, Kaia May Kuhlow und Malu Kirst (Stm. Henri Leicht) wurde Fünfter – dieses Ergebnis fiel als Streichresultat aus der Wertung. Das lebende Sportarchiv der Schillerschule, Dan Negrea, merkt an, dass dies die erste Mädchen Medaille beim Bundesfinale für die Schillerschule ist.
Jungen U18: Platz vier hinter drei Eliteschulen des Sports
Die U18-Jungen belegten Rang vier und mussten sich nur den Sportschulen Halle, Potsdam und Dresden geschlagen geben – allesamt Eliteschulen des Sports. Der Doppelvierer mit Luca Kirst, Oskar Dietrich, Gideon Meyer und Noah Röske (Stfr. Emilia Kratz) wurde Dritter im A-Finale. Der Achter fuhr auf Platz vier, besetzt mit Moritz Arndt, Moritz Hilsendegen, Luca Kirst, Rouven von Damm, Oskar Dietrich, Gideon Meyer, Erik Degenring und Noah Röske, gesteuert von Emilia Kratz. Der Gig-Doppelvierer mit Moritz Arndt, Moritz Hilsendegen, Rouven von Damm und Erik Degenring (Stfr. Emilia Kratz) gewann den zweiten Platz im B-Finale; dieses Resultat wurde gestrichen.
Rudern auf historischem Wasser
Die Regattastrecke Berlin-Grünau ist die älteste noch genutzte Sportstätte Berlins. Bereits 1880 wurde hier die erste Ruderregatta ausgetragen, seit 1888 wird um den Kaiser-Vierer gerudert. Für die Olympischen Spiele 1936 wurde die Strecke begradigt und mit einer Tribüne für 9.000 Zuschauer ausgestattet; hier fanden die olympischen Ruder- und Kanuwettbewerbe statt. Deutschland gewann damals fünf der sieben Ruder-Goldmedaillen. Im Achter siegten die USA vor Italien und Deutschland – ein Rennen, dessen drei Erstplatzierte innerhalb einer Sekunde ins Ziel kamen. Dass Schülerinnen und Schüler heute auf diesem Wasser um Bundessiege rudern, macht den Wettkampf zu etwas Besonderem.
Ein historischer Wettbewerb
„Jugend trainiert für Olympia“ verdankt seine Entstehung dem sportlichen Systemwettstreit der geteilten Welt. Nach den für die Bundesrepublik enttäuschenden Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt rief „stern“-Chefredakteur Henri Nannen 1969 den Schulsportwettbewerb ins Leben – um Talente zu finden und dem Spartakiade-System der DDR etwas entgegenzusetzen. Das erste Bundesfinale wurde am 26. September 1969 im Berliner Olympiastadion eröffnet, mit rund 1.600 Teilnehmenden in zwei Sportarten. Heute treten unter dem Namen „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ – so heißt der Wettbewerb seit 2012 – jährlich rund 800.000 Schülerinnen und Schüler in olympischen und paralympischen Sportarten an. Er gilt als der größte Schulsportwettbewerb der Welt.
Wir gratulieren allen Aktiven und Steuerleuten herzlich zu ihren Leistungen und danken allen, die die Fahrt nach Berlin möglich gemacht haben.